Hühnerhaxen und -flügel mit Fächererdäpfel

15.05.2020

Nun ist der sechzigste offizielle Tag des Corona-Wahnsinns. Wir sind jeden Tag mehr auf dem Weg zur neuen Normalität. Ich schreibe Rezeptidee Nr. 99. Übrigens, seit 01.05. dürfen unsere Busse wieder rollen. Eigentlich habe ich gestern das Rezepte-Tagebuch geschlossen, aber ich kann mich nicht halten. Seit heute ist die Gastronomie wieder normal geöffnet. Wobei normal ist übertrieben.

Wenn wir fortgehen, sind wir entweder 5 oder 2 Erwachsene. Nun, mit 5 bekommen wir keinen Tisch, mit 2 dürfen wir diesen mit 2 wildfremden Personen teilen. Also essen wir wieder zuhause. Außerdem bin ich jetzt schon an die Küche gewöhnt. Macht nichts, Vorräte sind noch und auch wieder da. Und ich kann meine Freunde, den Herd, die Pfanne, die großen Messer, den Tiefkühler,... doch nicht so brutal vor den Kopf stoßen, dass ich nicht vorbei schaue. Vor allem, weil es in Wien sowieso seit der Früh regnet, grau und kalt ist. Da essen wir mal wieder gerne zuhause. Sorry, liebe Gastronomie.

Mit Hühnerhaxerl habe ich noch nicht wirklich meine Erfahrung gemacht. Daher bedanke ich mich ganz herzlich bei meiner FB-Freundin Ursula für die tollen Tipps!! Ich habe nur noch ein wenig Knoblauch dazugegeben. Nur für den Fall, dass Dracula heute Nacht wieder fliegen sollte. Die waren wirklich sehr lecker! Wobei ich ehrlich zugebe, die besten gibt es gleich vis-a-vis von uns im Hühnerparadies. Und auf die freue ich mich jetzt wirklich. Nur dann sind wir halt 5 Erwachsene und das dauert noch...

Heute in Renates Krisenkochbuch:

Hühnerhaxen (Hühnerkeulen) und -flügerl mit Fächererdäpfel

Ich nehme von meinen Vorräten:

  • Hühnerhaxerl
  • Hühnerflügel
  • Salz, Pfeffer (ideal wäre ein Kräutersalz - wir haben noch ein Bärlauchsalz vom Steinschalerhof)
  • Honig
  • Olivenöl
  • Gepresste Knoblauchzehe

Die Haxen und Flügerl waschen und mit Küchenpapier abtupfen.

Für die Marinade Honig, Salz, Pfeffer, Paprikapulver (Wer mag, ich nicht), Knoblauch und etwas Öl mischen.

Ein Backblech mit Backpapier vorbereiten und den Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Haxerl rund 30 Minuten braten, dann mit der Marinade einreiben.

Danach die Flügerl (mit der Haut nach oben) dazu, mit der Marinade einpinseln und für rund 15 Minuten braten.

Dann den Ofen eine Stufe höher schalten und für rund 10 Minuten bräunen.

Dazu passt Erbsenreis, Baguette, Braterdäpfel, Rosmarinerdäpfel, Pommes, Ofenerdäpfel, alle Arten von Gemüse und Salaten.

Man könnte auch gleich das Gemüse und die Erdäpfel mit in den Ofen schieben.

Wir haben heute Fächererdäpfel - mache ich auch zum ersten Mal. Die erinnern mich aber an die Fächer, die wir bei Gruppenreisen immer in Mörbisch bei den Veranstaltungen verteilen.

Fächererdäpfel

  • Erdäpfel (festkochende)
  • Olivenöl (Rapsöl)
  • Erdäpfelgewürz (habe ich gestern am Naschmarkt gekauft)
  • Salz

Wer kein Erdäpfelgewürz nimmt - es geht auch: Paprikapulver (alternativ/zusätzlich Rosmarin, Kräuter nach Wahl, Chili, gepresster Knoblauch, Kreuzkümmel ganz oder gemahlen)

Erdäpfel gut waschen, abtrocknen und einschneiden, aber nicht durchschneiden.

Kleiner Tipp am Rande: die Erdäpfel auf einen Löffel legen und einschneiden. Dann schneidet man diese wirklich nur ein und nicht durch.

Öl und Gewürze mischen und die Erdäpfel damit vorsichtig beträufeln.

Die Erdäpfel mit den Haxerln gemeinsam auf dem Backpapier verteilen und vorsichtig auseinander drücken. Leicht salzen. Die Erdäpfel sollten kurz vor der Bräunungsstufe schön knusprig sein. Raus nehmen, warm stellen. Wer sie noch knuspriger mag, lässt sie während der nochmaligen Bräunung der Hendlteile noch im Backofen - aber dabei stehen bleiben, verbrennen dann sehr schnell.

Wie gesagt, ich habe mich heute zum ersten Mal drüber getraut - sie schauen nicht nur gut aus, sie sind auch urlecker. Ich würde aber beim nächsten Mal sie rund 20 Minuten vor den Haxerln schon in den Backofen schieben - zumindest, wenn die wieder so groß sind.

Mahlzeit. Bleibt gesund!

Wien, 15.05.2020