Currywurst rot-weiß-rot mit Braterdäpfel

07.05.2020

Nun ist der zweiundfünfzigste offizielle Tag des Corona-Wahnsinns. Wir sind auf dem Weg zur neuen Normalität, sofern die Lockerungen keine neuerlichen Rückfallquoten hervorrufen. Ich schreibe Rezeptidee Nr. 90. Übrigens, seit 01.05. dürfen unsere Busse wieder rollen. Wir stehen bereit! 

Heute war ein ganz lieber Freund und Fotokollege mit mir in Niederösterreich auf Fototour. Sogar die Hasen treffen sich nach langer Zeit wieder und halten beim Gedankenaustausch den Corona-Hasen-Abstand ein.

Nebenbei habe ich auch gleich die Bratwürstel für das Abendessen gekauft. Vielleicht erfreuen einige Leser/innen ein paar Naturfotos?

Zuhause habe ich heute mal ein ernstes Wort mit dem Staub in der Wohnung gesprochen. Er wird ja täglich mehr. Langsam reicht es, ich habe doch momentan mit dem Nichtstun schon die Hände voll, da will ich nicht täglich wischen.

Er hat mir dann sein Leid geklagt. Er würde ja gerne rausgehen, aber die Corona-Bestimmungen! Er ist von seinen Freunden, seiner weltweiten Familie, ja sogar von seinen Arbeitskollegen getrennt. Einsam, zum Glück aber mit seiner Frau, hat er eine Minute vor der Ausgehbeschränkung den Weg durch unser immer gekipptes Küchenfenster gefunden. Er steht unter Quarantäne, weil er eigentlich über die Grenze nach Berlin sollte, diese aber zu ist. Seine Frau war damals, als er zu uns gekommen ist, schwanger. Und jetzt kommen schon die Enkelkinder und Urenkel. Seine Familie vermehre sich sehr schnell, seufzte er fast entschuldigend.

Gut, ich habe dann ein Taschentuch gezogen, meine Tränen damit getrocknet und ihm geschworen, ihn bis Corona-Ende bzw. bis zur Grenzöffnung in Ruhe zu lassen. Das kann aber noch dauern, denn die deutsche Regierung ist noch strikt dagegen.

Ich hoffe, er hält sein Versprechen und haut dann mit der ganzen Familie im Schlepptau auch wirklich ab. Vielleicht begleiten ihn dann Chef und ich bis nach Berlin, da waren wir ohnehin schon lange nicht mehr. Dort, wo am Bahnhof, die für uns beste Currywurstbude, die wir bis dato kennenlernen durften, steht!

Na toll, jetzt hat Chef unser Gespräch gehört und ich soll mich über eine Currywurst drüberdrauen. Er hat vollstes Vertrauen, da meine Kochkenntnisse sich in der Corona-Zeit eh so unheimlich toll weiter entwickelt haben.

Nun gut, mein erstes Mal. Ich hatte Frank Rosin angeschrieben, er soll mir bitte ein Rezept schicken, aber die Antwort ist wahrscheinlich aufgrund Corona-Umstände leider nicht gekommen. Daher habe ich mal Dr. Google gefragt. Aus vielen Meinungen habe ich nach meinen Vorräten eine Sauce gezaubert. Und kann damit wenigstens auf Wiener Art und Weise mit Berlin konkurrieren.

Die ist perfekt, weil ich noch rote Paprika habe, die eh bei uns niemand so richtig essen will. Aber meistens muss man ja die berühmte Trilogie kaufen. Ich habe alles nach "in etwa" und "wird schon schmecken" gemacht.

Currywurst rot-weiß-rot mit knusprigen Braterdäpfeln

Ich nehme von meinen Vorräten:

  • Bratwürste
  • Erdäpfel als Beilage (festkochende oder vorwiegend festkochende)


Currywurstsauce:

  • Rote Paprika (ich hatte 2)
  • Lauch (war noch ein Stück im Kühlschrank, dazu noch eine kleine Zwiebel)
  • Knoblauch (ca. 4-5 Zehen, je nach Größe)
  • Ungarisches Paprikamark süß aus der Tube - hatte ich noch im Abstellraum von einem Urlaub in Budapest (es geht auch Tomatenmark, wer jedoch schon länger meine Rezept liest, weiß, dass ich keine Paradeiser mag)
  • Wasser
  • Vegeta (Gewürz)
  • Currypulver
  • etwas Paprikapulver (entweder mild oder scharf, je nach Gusto. Bei Chef muss alles mild sein, wobei ich die Scharfe bin, also gibt es alles nur bisserl scharf)
  • Schuss Essig
  • Salz
  • Pfeffer
  • Etwas Fett zum Anbraten

Zwiebel und Knoblauch schälen und in grobe Würfel schneiden. Paprika waschen, grob würfeln.

Fett erhitzen, Zwiebel und Knoblauch anschwitzen. Übrigens, mir hat ein Gemüsestandler am Naschmarkt einmal gesagt, Zwiebel langsam und länger anschwitzen, dann ist er besser verträglich.

Dann die gewürfelten Paprika dazu. Vom Herd nehmen, Paprikapulver, Salz, Pfeffer, Paprikamark einrühren. Wieder auf den Herd, ganz kurz anrösten lassen, dann mit Essig ablöschen und mit Wasser aufgießen.

Rund 15 Minuten köcheln lassen. (Bis der Paprika recht weich ist). Danach alles pürieren, nochmals mit Salz, Pfeffer und Currypulver abschmecken. Fertig. Glaube, wir haben jetzt Sauce für mindestens 4 Personen....

Jetzt fehlen noch die Bratwürste:

Die Bratwürste anbraten. Und ja, wir haben dünne Exemplare, da diese von einem Bauern in Niederösterreich aus dem Schneebergland sind und ich keine dicken Bratwürste mag. Wenn ich schon selbst koche, dann sowie ich will.

Danach in Scheiben aufgeschnitten auf Teller verteilen, mit der Currysauce begießen und mit etwas Currypulver bestreut servieren.


Dazu knusprige, selbstgemachte Pommes. Oder selbstgemacht Chips.

Chef wünscht sich knusprige Braterdäpfel.

Erdäpfel in reichlich Salzwasser für 20 Minuten kochen. Auskühlen lassen. Je kühler/kälter die Erdäpfel sind, desto besser lassen sie sich schneiden. Am besten am Vortrag kochen oder gleich die übrigen vom Vortag verarbeiten.

In Scheiben schneiden.

Fett erhitzen - ich verwende momentan Ceres Soft, ich finde das spritzt nicht so wie Öl.

Die Scheiben sollten nebeneinander und nicht aufeinander liegen. Bei mittlerer Hitze rund 5-6 Minuten ohne sie zu wenden brutzeln lassen. Wenn die Seite am Pfannenboden den gewünschten Bräunungsgrad hat, umdrehen. Wer geübter als ich ist, schwenkt einfach die Pfanne und dreht so die Scheiben um. Ich brauche mein Krokodil (Als Krokoliebhaber habe ich eine Zange als Kroko und die muss jetzt arbeiten). Natürlich geht auch ein Pfannenwender.

Mahlzeit. Bleibt gesund!

Wien, 07.05.2020